Mandy Nürnberger
Meine Arbeit ist nicht aus einer Geschäftsidee entstanden.
Sie ist aus Begegnungen, Erfahrungen – und aus einer Frage gewachsen, die mich bis heute beschäftigt:
Was wird wichtig, wenn wir aufhören, so zu leben, als hätten wir unbegrenzt Zeit?
Mich beschäftigt eine Frage schon lange
Was bleibt wichtig, wenn wir aufhören, so zu leben, als hätten wir unbegrenzt Zeit?
Denn Endlichkeit verändert den Blick.
Auf unsere Entscheidungen.
Auf Beziehungen.
Auf Arbeit und Erfolg.
Auf die Wege, die wir eingeschlagen haben.
Und auf all die Dinge, die wir manchmal jahrelang weiterführen, ohne noch einmal zu fragen, ob sie eigentlich noch zu uns passen.
Für mich ist Endlichkeit deshalb kein düsteres Thema.
Sie ist ein Brennglas.
Mich interessiert das Leben, während es stattfindet.
Nicht erst sein Ende.
Mich interessiert der Moment, in dem ein Mensch merkt:
Eigentlich würde ich heute anders entscheiden.
Oder:
Ja. Genau so möchte ich weitermachen.
Beides kann eine gute Antwort sein.
Denn ich glaube nicht daran, dass ein bewusstes Leben zwangsläufig aus möglichst vielen Veränderungen bestehen muss.
Manchmal braucht es einen neuen Weg.
Manchmal eine Grenze.
Manchmal ein Nein.
Und manchmal die Erkenntnis, dass das, was wir bereits haben, tatsächlich das ist, wofür wir uns heute wieder entscheiden würden.
Die entscheidende Frage ist für mich deshalb nicht:
Bleiben oder gehen?
Sondern:
Ist das noch meine Entscheidung?
Auch Karriere besteht aus Lebenszeit.
Mein eigener beruflicher Weg war nicht geradlinig.
Ich kenne die Vorstellung, man müsse etwas „Vernünftiges“ machen.
Die Sicherheit eines bewährten Weges.
Das vermeintlich logische nächste Ziel.
Und auch die Erfahrung, dass etwas von außen nach Erfolg aussehen kann, ohne deshalb der eigene Erfolg sein zu müssen.
Vielleicht beschäftigt mich deshalb heute besonders, warum wir berufliche Entscheidungen häufig anders behandeln als andere Lebensentscheidungen.
Wir investieren Jahre.
Ausbildungen.
Erfahrung.
Energie.
Wir bauen uns Positionen und Sicherheiten auf.
Und irgendwann wird genau das, was wir bereits investiert haben, zum Argument dafür, denselben Weg weiterzugehen.
Dabei ist Karriere kein Bereich neben unserem Leben.
Karriere ist Lebenszeit.
Nicht jeder Mensch muss deshalb seinen Beruf wechseln.
Nicht jeder Beruf muss Berufung sein.
Und Sicherheit ist nichts, wofür man sich rechtfertigen müsste.
Aber vielleicht sollten wir uns hin und wieder erlauben zu fragen:
Würde ich mich heute noch einmal dafür entscheiden?
Ich gebe keine Anleitung für das richtige Leben.
Dafür sind Menschen viel zu unterschiedlich.
Und ehrlich gesagt traue ich fremden Lebensrezepten ohnehin nicht besonders.
In meinen Vorträgen geht es deshalb nicht um fertige Antworten, klassische Motivation oder die Aufforderung, endlich aus irgendeiner Komfortzone zu springen.
Ich erzähle Geschichten.
Ich verbinde persönliche Erfahrungen mit philosophischen Gedanken und Erkenntnissen über Entscheidungen, Veränderung, Sicherheit und unsere erstaunliche Fähigkeit, uns an beinahe alles zu gewöhnen.
Und ich stelle Fragen.
Fragen über Lebenszeit.
Über Erfolg.
Über ungelebte Möglichkeiten.
Über Arbeit.
Über Entscheidungen, an denen wir festhalten.
Und über die Freiheit, eine frühere Entscheidung würdigen zu können, ohne ihr für immer verpflichtet zu sein.
Nicht, damit Menschen anschließend alles verändern.
Sondern damit das, was bleibt, auch wirklich ihre Entscheidung ist.
Endlichkeit als Brennglas für das Leben.
Das ist der Gedanke, der meine Arbeit verbindet.
Ob ich über ungelebtes Leben spreche.
Über aufgeschobene Entscheidungen.
Über Karriere und Arbeit.
Über Erfolg und Sicherheit.
Oder über unsere Tendenz, wichtige Dinge auf ein diffuses „irgendwann“ zu verschieben.
Am Ende führt vieles zu derselben Frage:
Wofür möchte ich meine begrenzte Lebenszeit verwenden?
Nicht aus Angst davor, dass sie endet.
Sondern aus Respekt davor, dass sie stattfindet.
Ich bringe das Wissen vom Rand des Lebens zurück zu denen, die noch Zeit haben.
Vielleicht ist das die kürzeste Beschreibung meiner Arbeit.
Endlichkeit zeigt uns manchmal eine Klarheit, nach der wir mitten im Alltag lange suchen.
Plötzlich verlieren manche Dinge an Bedeutung.
Andere werden erstaunlich wichtig.
Ich möchte nicht darauf warten, bis eine Krise, ein Verlust oder das Ende eines Lebens uns zwingt, diese Fragen zu stellen.
Wir dürfen sie uns früher erlauben.
Während noch Zeit ist, etwas zu wählen.
Etwas zu verändern.
Etwas bleiben zu lassen.
Oder etwas zum ersten Mal wirklich wertzuschätzen.
Mandy Nürnberger
ist Rednerin und Autorin über Endlichkeit, Lebenszeit und bewusste Entscheidungen.
In ihren Vorträgen betrachtet sie persönliche und berufliche Lebensfragen durch eine besondere Perspektive: das Bewusstsein, dass unsere Zeit begrenzt ist.
Dabei geht es um Arbeit und Erfolg ebenso wie um Veränderung, Sicherheit, ungelebte Möglichkeiten und die Frage, warum Menschen manchmal lange an Wegen festhalten, die sie heute vielleicht nicht mehr genauso wählen würden.
Ihre Vorträge verbinden persönliche Geschichten, philosophische Gedanken, trockenen Humor und Fragen, die nicht vorgeben, die richtige Antwort zu kennen.
Denn Mandy Nürnberger möchte Menschen nicht sagen, wie sie leben sollen.
Sie möchte sie daran erinnern, dass sie entscheiden dürfen, wie sie ihre Lebenszeit verwenden.
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